ALARM!!! – Ein Blick zurück zwischendurch

Wenn wir ehrlich sind, haben wir im letzten Jahr unsere Reise auch unterbrochen, weil wir ein wenig Bammel vor Zentralamerika hatten. Da wabern so viele Ängste durch die Welt und zu viele Geschichten – vor allem von Menschen, die nie dort waren oder die den Eindruck erwecken, sie müssten warnen, weil sie verantwortlich sind. Ich darf eine solche Stimme zitieren:

„Die Gefahr von Gewaltverbrechen – insbesondere in der Nähe der touristisch interessanten Vulkane und am Strand – ist überaus hoch, die Hemmschwelle beim Gebrauch von Schuss- oder Stichwaffen niedrig. Im Falle eines Überfalles ist es dringend geboten, auf Widerstand zu verzichten.“ (Quelle: www.auswaertiges–amt.de)

 

 

Wir ergeben uns! Und entscheiden im Nachhinein, von Kolumbien direkt in die USA zu fliegen. Dann hätten wir uns so manche überaus prekäre Situation erspart: Wasser- und Schaumschlachten im Karneval von Panamá; Sonnenbrände auf unserer grazilen Haut; Hitzestaus unter den Motorradklamotten; Früchte bis hin zu Cocosnüssen, die von Bäumen fallen; Länder, die so klein sind, dass man sie beinahe durchquert ohne zu merken, dass sie schon zu Ende sind; wunderschön rauchende Vulkane (ohne Lava leider); Menschen, die nur Spanisch sprechen und unser Spanisch trotzdem nicht verstehen!! Und überall Bananen!!!

„Vor Reisen per Anhalter wird (insbesondere Frauen) dringend abgeraten. Aber auch die Benutzung von Taxis und Überlandbussen ist nicht ungefährlich.“ (Quelle: AA)

Bitte? Und wer spricht von den Schlaglöchern, die man hier in schattigen Kurven platziert, nur um ausländische Mopedfahrer zu ärgern? Oder von Navigationsgeräten, die einen auf ca. 60km Extraschotterpiste schicken?

 

 

Sagen wir mal, wie es wirklich ist: Zentralamerika ist gefährlich. Vielleicht sogar gefährlicher als Berlins U-Bahnhöfe in Wochenendnächten. Aber wenn man diesen Stimmen glaubte, verböte sich wohl der Besuch besonders von Ländern wie El Salvador, Nicaragua oder Guatemala. Und DAS wäre schade! Wir haben lieber auf die Empfehlungen anderer Reisender gehört und Honduras (fast komplett) ausgelassen. Beim Rest war es wie so häufig vorher auf unserer Zwei-Etappen-Reise: In Ländern mit schlechtem Image haben uns die Menschen besonders freundlich willkommen geheißen, haben wir uns besonders wohl gefühlt – auch wenn wir das gefakte Portemonnaie griffbereit und Kamera wie andere Wertsachen unter verschärftem Verschluss gehalten haben – eh klar.

Naturtechnisch ist Zentralamerika zumeist nur eins: Ein Traum! Regenwälder, weiße Strände, Palmen, zwei warme Meere, Affen, bunte Vögel usw. usf. Hammer! Was sonst noch wächst, sind vor allem schwarze kleine Bohnen, Kaffee, Kakao, Zuckkerrohr und diese unnützen krummen gelben Dinger, die stinken. Kaffee, Bohnen und Bananen gibt’s zu allen Gelegenheiten: den Kaffee ungefragt mit Zucker aber immer ohne Milch, die Bohnen gerne mit ungeschlagener Sahne mal mehr mal weniger flüssig als Sauce, im Ganzen oder al Paste und die Bananen schon zum Frühstück gebraten.
Kulturell vergessen wir Panamá und Costa Rica mal ein wenig – die haben mit dem Einfallen der US-Horden die „Weltkultur“ übernommen. In den weniger „zivilisierten“ Ländern darf man sich noch an indigenen Menschen erfreuen, die bunt gekleidet sind, alles Mögliche auf dem Kopf durch die Gegend tragen oder auf der Straße trocknen. „Leider“ sprechen die dann meistens nicht einmal Spanisch, sondern irgendeine eigene Sprache, die wir dann noch nicht einmal verstehen konnten.

 

Zurück zur Gewalt. Die Gegend ist teurer als wir erwartet hatten, teurer als Südamerika. Könnte die Kriminalitätsrate damit was zu tun haben? Die meiste Gewalt betrifft den gemeinen Touristen nicht. Dem wird vielleicht noch seine Geldbörse geklaut oder seine Kamera, die er fett vor der Wampe trägt. Wenn es wirklich brutal wird, geht es vor allem um Bandenauseinandersetzungen im Drogengeschäft. Man will ein Stück vom „Kuchen“, der von Kolumbien durch sämtliche Länder Zentralamerikas in die USA transportiert werden soll. Da steht der Tourist nur extrem selten im Weg.

 

 

Man kann es natürlich so machen wie eine Reisende, von der uns erzählt wurde. Die genoss die Unverdorbenheit El Salvadors so sehr, dass sie allen, die sie danach fragten, erzählte, da dürften sie auf keinen Fall hinfahren: VIEL ZU GEFÄHRLICH! Auf dass es ruhig bleibe. Wir lassen uns nicht narren und reisen weiter: nach Nordamerika! Mal sehen, was da aus unseren Vorurteilen wird!

In diesem Sinne nicht vergessen: Freiheit stirbt mit Sicherheit!

Viele Grüße aus Mexiko,

Patrick


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