interstate1 interstate2

“Okay, so much for the recent news. Let’s have a look at the weather. Linda?!”

“Well, we look at a sunny morning with 68°. The day will stay mostly sunny. Temperatures will go up to 91° with a slight chance of thunderstorms in the late afternoon. And it will stay this way the upcoming days and over the weekend. Shelly?”

“Thank you for the good news, Linda! Looks like we’re all gonna be out for Barbeques on the weekend, huh?
But now we have to hear what Bob has to tell us from the traffic heli. I heard of outstanding things happening out there on the Interstate 40?!”

“You bet, Shelly! I just fly over the Interstate 40 heading east to Oklahoma City. You wouldn’t believe what’s going on here! Two super slow motorbikers are blocking the right lane. There are 75 mile per hour but these two crawl there way with not more than 69 mph. There is a long cue behind them. All the trucks have to overtake them. Wait, I take a closer look… Oh my God: They’re from Germany! Shelly, I have never seen motorcycles going that slow on the Interstate!!”

“Bob, are there any problems even outside Oklahoma State yet?”

“Well, couldn’t deny… but wait… now they turn of the Interstate onto the highway to New Orleans. Thank God!!!! Alright back to you Shelly. Rest of the traffic is calm and I need a beer.”

“Thanks Bob! After a short break we will play “Hit the road Jack” for those crazy Germans!”

Leave A Comment, Written on Mai 19th, 2012 , Nordamerika

Es ist Wochenende und da erwartet unsere werte Leserschaft einen neuen Blogartikel. Schön zum Sonntagsfrühstück mit Kaffee und Brötchen. So solls denn sein.

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Eigentlich gibt es nur Trauriges zu berichten. Alle verlassen mich! Zu den Spitzenzeiten bin ich mit fünf Männern gleichzeitig unterwegs gewesen. Nun gut, ein Genuss war es nicht immer. Aber Chris treibt sich lieber in Kuba herum, Rodney sucht sein Glück in San Francisco, Fred ist mit seiner Frida (Motorrad) beschäftigt und Roman ist lieber mit Lila und Nicole (ersteres Motorrad…) alleine unterwegs. Angeblich um mehr zu erleben. Tssss. Einer nach dem anderen ging seiner eigenen Wege. Nur Patrick fährt noch mit mir durch die Gegend. Fragt sich, wie lange noch.

3 O.k. ich gebe es zu, es könnte an mir legen, dass mich die Männer reihenweise verlassen. Ich habe eine astreine Fehlplanung hingelegt. In Berlin habe ich drei Tage dafür gebraucht, Patrick davon zu überzeugen, dass wir unsere warmen Schlafsäcke erst in Alaska brauchen. Skeptisch willigte er ein und wir sandten sie gemeinsam mit unserem neuen Zelt nach Alabama zu Gary. Da liegen sie nun und warten auf uns. Und wir, wir frieren. Kann ja keiner wissen, dass das Colorado Plateau auf 2500m liegt und nachts 29 Grad Fahrenheit sind. Ich weiß nicht, was das in Grad Celcius ist, aber es liegt eindeutig und auch gefühlt unterm Gefrierpunkt. Wir haben ein paar Dollar in eine Heiz-Fleece-Decke investiert. Die Heizfunktion konnten wir bisher noch nicht ausprobieren, auf den Zeltplätzen mit Frostgefahr gab es keine Steckdosen ;( Aber der Fleece ist auch so schön warm.

Ein weiterer Grund für den starken Männerschwund könnte meine viele Fotografiererei sein. Aber die Natur, die archäologischen Stätten und hier in den USA die vielen sehenswerten Nationalparks sind alle so fotogen, dass der Auslöser ganz heiß gelaufen ist von der vielen Benutzung. Aber Natur kann man eben besser sehen als beschreiben oder darüber erzählen. Unten der Beweis.

zukunft Vielleicht liegt mein Männerverbrauch auch am seit der Ausreise aus Mexiko fehlenden Adrenalinkick. Keine Gefahr eines Vulkanausbruchs (der Popocatepetl spuckt übrigens immer noch Asche), Erdbeben werden aktuell in den USA auch nicht verzeichnet und keiner fragt mehr, ob wir im Auftrag der Regierung unterwegs sind. Stattdessen befinden wir uns in einer „zivilisierten“ Gesellschaft, die wir, wenn es um Maße und Maßeinheiten geht, zwar nicht verstehen, in der wir uns aber ansonsten sehr gut zurechtfinden. Manchmal schaut man sogar in die Zukunft. Wir erleben hier bereits Sachen, die Europa wahrscheinlich in fünf bis zehn Jahren erreichen. Nur beim Thema „Alkohol“ sprechen wir eine andere Sprache. Die Alkoholgesetze in Utah sind schnell verstanden: nie viel Alkohol, den auch erst ab 21, keine Happy Hour und wenn man 35 Jahre alt ist oder jünger muss man seinen Ausweis beim Alkoholkauf zeigen!!!

4 Oh ja und da schneide ich mir selbst in meine Wunde. Gestern meinte Patrick doch vollen Ernstes, sein nächster Reisepartner muss zwei Kriterien erfüllen: Fleisch essen und Bier trinken… Nun es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Patrick mich verlässt und seine eigenen Wege fährt. Wenn er nicht vorab seiner neuen Profession nachgeht: Fahrer eines Kameramotorrads bei Radrennen. Aber auf einen bzw. eine ist immer Verlass: Supertranse, meine Schnullerbacke.

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Jana

Und hier wie versprochen Bilder, die beweisen sollen, wie schön die Nationalparks sind. Und weil die Auswahl so schwer ist, kommt ein Nationalpark nach dem anderen dran. Den Anfang macht (…Trommelwirbel…): Zion Nationalpark. Viel Spaß beim Gucken.

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3 Comments, Written on Mai 12th, 2012 , Nordamerika

Wir sind tatsächlich drin. Kurzfristig hatten wir uns auf Anraten entschieden, einen anderen als den eigentlich geplanten Grenzübergang von Mexiko in die USA zu nehmen. Das Ergebnis sprach eindeutig für den Ratgeber. Also statteten wir ihm auch gleich einen Besuch ab. Von euch kennt ihn keiner- glaube ich – und ich hatte ihn auch 20 Jahre nicht gesehen. Aber hey, in Zeiten von Facebook sind Kontakte ja schnell geknüpft. Boris war, soweit wir uns erinnerten, mit mir gemeinsam in der 11. Klasse und wohnt seit 12 Jahren in Scottsdale, einem Vorort von Phoenix. Da mussten wir ja eh hin, weil Roman seine Nicole abholen wollte. Fred hatte uns ja bereits verlassen…
Die Schönheit von Phoenix – ich hoffe, ich trete da niemandem zu nahe – beschränkt sich in der Hauptsache auf sein Wetter. Wobei man selbst da wegen der Hitze noch Abstriche machen muss. Der Besuch bei Boris, seiner netten Frau Linda (perfektes Deutsch trotz amerikanischer Herkunft!) und seinem kleinen Max war aber der Hammer. Fassen wir es mit „tiefenentspannender Gastfreundschaft“ zusammen. Danke noch einmal und wir erwarten euch in Berlin!!!
scottsdale drivethruparking
Bevor ich 1989 ein Jahr als Austauschschüler in die USA ging, bereitete mich die entsprechende Organisation auf einen Kulturschock vor, den ich damals nie erlebt habe. Vielleicht hätte ich mich diesmal besser vorbereiten sollen. Jedenfalls empfand ich – aus Mexiko kommend und mit den Eindrücken aus Zentralamerika abgefüllt – die Ordnung, Sauberkeit, das Englisch und vor allem die klare Orientierung auf den Konsum wie eine unwirkliche Welt. Etwas später freute ich mich dann schon darauf, auf den Autobahnschildern in Deutschland mit den Abfahrten neben den Städten auch gleich die ortsansässigen Fastfood-Ketten und Tankstellenmultis genannt zu bekommen. Und bei Boris angekommen ging der erste Weg gleich ins Einkaufszentrum. Ausnahmslos Investitionen in die Fortsetzung der Reise, versteht sich: T-Shirts, Socken, Schuhe, Motorradstiefel, Tankrucksack, Reiseführer, Kamera… Draußen erregten weniger die Motorräder als vielmehr deren Aufkleber aus aller Herren Länder Aufmerksamkeit, so dass wir unsererseits schon bei dieser ersten Station mehr von unseren Geschenk-Aufklebern verteilten als wir das für diesen „aufgeklärten“ Teil der Welt insgesamt erwartet hatten.
route66 anfahrtcanyon
Neu ausgestattet auf in Richtung Natur. Erster obligatorischer Stopp allerdings: Flagstaff. Hier tummelt sich, was zwei Räder und dazwischen einen Motor hat. Grund ist ein Mythos, besungen von Chuck Berry, eigentlich nicht mehr existent, aber immer noch befahren: die Route 66. Eine ganze nette Stadt im Grunde. Bekanntschaft machten wir hier vor allem mit viel Plastik / Plaste (Ordnung muss sein…), das sich um Fahrzeuge hüllte und das uns seither verfolgt. Ich sage es jetzt und hier: 1. Wir wollen sie nicht mehr sehen, diese Harleys mit Vollverkleidung und ihrem Subtext „meiner is aber größer!“ und 2. Findet ihr amerikanischen Rentner Reisen eigentlich so geil, weil eure Campervans („RVs“) größer sind als die Häuser in denen ihr sonst wohnt?
Der Grand Canyon war der Hammer! Man läuft oben an seiner Kante entlang von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt oder lässt sich ein Stück vom kostenlosen Shuttlebus mitnehmen und macht viel zu viele Fotos. Am Abend kommt man zurück zum Zeltplatz, ist ziemlich kaputt und kann die Eindrücke kaum begreifen. Da hats die Erde auseinandergerissen, ein wenig rumerodiert und ausgewaschen und schon ist man überfordert. Kleines Mensch…
canyonabends janacanyon
Zum Glück denkt man dann doch schnell wieder an die vielen Begegnungen, die man hatte (reichlich Deutsche, Franzosen und Schweizer übrigens, die sich hier ihren Lebenstraum verwirklichen). Und man muss unweigerlich schmunzeln: „Where are you from?“ „Germany.“ Oh yeah? Where in Germany?“ „Berlin.“ „Damn, I love Berlin!“ Der hatte sich einen Aufkleber verdient!!!
Noch eine letzte Mitteilung aus aktuellem Anlass: Heute Morgen haben wir uns getrennt. Roman und Nicole fahren nunmehr auf anderen Wegen als Jana und ich. Das ist keine dramatische Entwicklung, sondern war von Anfang an so geplant. Wir wünschen gute Fahrt, viel Spaß und nicht zu viel Stress.
Auf uns warten als nächstes weitere Nationalparks hier in Utah, bevor wir uns auf den Weg nach New Orleans und Alabama machen. Aber davon, liebe Freunde, zu gegebener Zeit mehr.
Patrick

Leave A Comment, Written on Mai 5th, 2012 , Amerikareise, Nordamerika

Es ist kaum zu glauben, aber wir sind in den Vereinigten Staaten von Amerika angekommen. Das ist insofern überraschend, als wir nicht damit rechnen wollten, so leicht über die Grenze gelassen zu werden und als wir doch die Staaten südlich der USA tatsächlich auch gerne noch länger genossen hätten.

Jetzt beginnt ein neuer Teil der Reise. Für Roman, weil er ab heute Abend mit seiner Holden als Sozia nicht mehr über die Boppel springen kann, wie er will. Für uns alle, weil wir schon jetzt auf Fred verzichten müssen, der seiner Sehnsucht nach dem neuen Motor nicht widerstehen konnte und vor der Grenze in Richtung Alabama abgebogen ist. Und für Jana und mich, weil wir ziemlich bald tatsächlich allein weiterreisen werden. Aber erst kommen noch die amerikanischen Canyons mit dem anderen “Pärchen”.

Als Dankeschön an Mexiko hier noch ein kleiner filmischen Abschiedgruß aus dem Copper Canyon (es wird geraten, angeschlossene Lautsprecher auszuschalten – Windgeräusch!)

1 Comment, Written on April 27th, 2012 , Amerikareise, Nordamerika

Este artículo es para Carlos y su familia. Con un agradecimiento de corazón por una noche maravillosa y la esperanza de un reencuentro. Gracias amigos para todo!

Es fing an, wie es für uns hier und da immer wieder mal anfängt. Aber diesmal kam es anders.

Nachdem ich die Mautstelle der Abfahrt Tula passiert hatte und mich eigentlich an die Fahrbahnseite stellen wollte, um auf die Durchfahrt der anderen zu warten, winkte von der anderen Straßenseite schüchtern ein schnauzbärtiger Mexikaner, ich solle doch mal zu ihm kommen. Wir versuchen in solchen Fällen gute Gäste zu sein. Also bin ich rüber und erwartete einen der üblichen Dialoge: „Buenos dias.“ „Buenos dias.“ „De donde son?“ „De Alemania.“ „Madre de dios! Cuanto cylindros tienen sus motos?“ „600.” usw., die nötigsten Sätze können wir ja jetzt, kurz bevor wir in die Englischzone / “zivilisierte Welt“ wechseln. Meistens gehört dann noch ein „Ich fahr auch Motorrad und war schon in den USA, Kanada, Guatemala und Argentinien“ dazu. So fing‘s auch diesmal an, mit dem Unterschied, dass ich auf Englisch angesprochen wurde und den üblichen Fragen schließlich folgte: „Was habt ihr hier vor? Wie lange bleibt ihr?“ „Wir wollen uns die Zona Archeologica anschauen und morgen weiter.“ „Wo werdet ihr wohnen?“ „Wissen wir noch nicht. Wir wollen in die Stadt fahren und uns was suchen.“ „Ein Freund von mir hat ein Hotel in der Stadt. Soll ich euch hinbringen und wir fragen nach dem Preis? Vielleicht gibt es eine Ermäßigung, weil er mein Freund ist.“ Okaaaaayyyyy. Hier wird es langsam interessant. „Si claro.“ „Fahrt mir hinterher!“ „Si claro!“ Wir mussten an der Einfahrt der Zona Archeologica vorbei. Dort hielt er plötzlich und stieg aus, um erneut mit uns zu reden. „Das hier ist die Einfahrt zu den Ruinen. Hier müsst ihr nachher hin. Ich habe eben überlegt: Ihr könnt auch gerne bei mir und meiner Familie zu Hause unterkommen.“ Ahaaaa. „Ich muss nur für einige Zeit in die Stadt und nachher würde ich euch dann mit zu uns nehmen.“ „Aber wir sind zu viert und wo sollen wir die Motorräder parken?“ „Kein Problem, ich habe ein großes Haus!“ „Na, wir würden uns erst einmal das Hotel anschauen, okay?“ „Überhaupt kein Problem.“

Natürlich war Walter, der Hotelbesitzer nicht vor Ort, als wir auf den Hof des 4-Sterne-Obdachs rollten. Die erste Preisansage lag dann auch gleich deutlich über unseren normalen Ausgaben für die Logie. Das änderte sich allerdings schnell. Und bei 250 mexikanischen Pesos pro Kopf und Nacht mit Frühstück, Tiefgarage und W-Lan konnten wir nicht mehr widerstehen. Eine kleine Enttäuschung war Dr. Carlos Uribe – Zahnarzt – durchaus anzumerken und irgendwie ahnte ich, dass wir ihn nicht zum letzten Mal gesehen hätten. Er hatte an dieser Stelle schon mehr für uns getan als viele andere, die mal eben die üblichen Eckdaten abfragen und über die wir uns trotzdem immer wieder freuen. Bevor er uns verließ, schrieb er mir noch seine Kontaktdaten auf und ich drückte ihm unseren Aufkleber in die Hand.
carlos-junior huette huette-innen rancheros
Einen Blogeintrag und eine Email von ihm und ein Telefonat später waren wir verabredet. Seine Frau wolle uns kennenlernen und sein neunjähriger Sohn sei ebenfalls heißdrauf diese Leute zu sehen, die mit den Motorrädern durch Mexiko fahren. Er holte uns ab und wir fuhren mit ihm und Carlos jun. in den Nachbarort, wo sie wohnten. Ihr erinnert euch: „Ich habe ein großes Haus!“ In der Einfahrt standen drei Autos. Sie war halb gefüllt. Von der Einfahrt gingen verschiedene Türen ab: „Das waren früher die Pferdeställe. Heute sind da Wohnräume, die wir eigentlich nicht nutzen. Da wärt ihr untergekommen.“ „…“ „Aber das ist in Ordnung, ich verstehe, dass ihr nicht einfach mitgeht.“ „…“ Durch ein weiteres Tor in den Hof mit Rasen. Hier kamen uns Carmen, Carlos‘ Frau, und deren Schwester, Alicia, entgegen und begrüßten uns herzlich. Zum Glück hatte Jana noch schnell Blumen besorgt (die gibt hier übrigens nicht einfach als Strauß. Entweder man kauft ein extrem üppiges Gesteck und geht damit zu einer Beerdigung oder man ersteht gleich eine passende Vase dazu…). Dann vorbei an Pferdesätteln, Hüten, Lassos und Schafsfellen ins Haus. Der Tequilla, der uns gleich mal eingeschenkt wurde, kam zur rechten Zeit: DAS HEIM WAR GROSS! Mehr noch als das Heim begeisterte allerdings, was folgte. Es wurde viel erzählt. Wir Deutschen tranken einigermaßen viel Tequilla und ein wenig Bier. Es gab Brötchen mit Bohnenpaste, Chorizo und Käse. Und irgendwann fühlte man sich wie zuhause. Kein Wunder, weil man uns ja auch ständig sagte: „Mi casa es su casa!“

Aber der Höhepunkt dieses wirklich tollen Abends war der Moment, in dem Carmen zur Gitarre griff und anfing zu singen: DER HAMMER! Sie war mal mindestens ein Star in Mexiko und ist deshalb natürlich auch bei Youtube zu bewundern mit ihren Mariachis: Guckst du!

Wir haben heimlich mitgeschnitten. Und hier könnt ihr sehen: Sie ist eigentlich noch viel besser!


Leider hat sie das professionelle Singen an den Nagel gehängt, nachdem sie ihren Zahnarzt geheiratet hatte. Wir jedenfalls waren geplättet von allem, was uns dieser Abend schenkte. Ein Moment, der eine solche Reise wirklich zu einer besonderen macht und nicht nur meine Wenigkeit dachte bei der Suche nach Vergleichsmöglichkeiten immer wieder an Noel und Andrea in Uruguay, die einfach unerreicht sind.
mariachi tequilla

Viel zu spät näherte sich der Abend dem Ende. Bevor wir ins Hotel gefahren wurden, hielt er aber doch noch weitere Überraschungen bereit:
Überraschung 1:. Wir bekamen eine schöne und voraussichtlich leckere Flasche Tequilla geschenkt.
Überraschung 2: Wir wurden aufgefordert, ein Schafsfell einzupacken, ohne, dass wir danach gefragt hätten (das wird in naher Zukunft eine Wohltat für unsere Hintern sein, wenn wir durch die unendlichen Weiten Kanadas rollen).
Überraschung  3: Fast schon ins Auto eingestiegen wurde der frisch angetraute Ehemann der überaus herzlichen Alicia aufgefordert, dort noch etwas aus seinem Repertoire seines professionellen Daseins als Ranchero (quasi sowas wie ein mexikanischer Cowboy, aber natürlich auch wieder was völlig anderes) zum Besten zu geben. Also schwang er das Lasso und sprang und hüpfte, dass es eine Freude war.
cake lasso

Im Hotel angekommen, verschoben wir die Abfahrt für den nächsten Tag um eine Stunde nach hinten und schliefen selig ein, froh, uns nicht gesträubt, sondern einfach ja gesagt und den „Alltag“ einer solchen Reise für ein paar Stunden verlassen zu haben. Merke: Mütter haben zwar immer Recht aber manchmal kann und sollte man auch mit Fremden gehen!

Grüße bis zum nächsten Mal,

Patrick

1 Comment, Written on April 21st, 2012 , Amerikareise, Nordamerika

Motorradbikeboots in Guatemala verschwunden !
Über Nacht lasse ich manchmal meine übel riechenden Bikeboots draußen vor dem Zimmer zum Lüften stehen. Am Abreisemorgen fehlten diese auf einmal. Ich suchte das Umfeld ab, aber nichts. Machte den Rezeptionist wach und erzählte ihm das Geschehene. Dieser machte sich auch auf die Suche, fand aber nichts.
Roman kam aus dem Zimmer und half mir ebenfalls bei der Suche der Motorradschuhe, er fand diese dann eine Etage höher gelegen, Gottseidank.
Ich hatte schon meine Motorradstiefel herausgeholt aber bei 40 plus Graden wäre es unangenehm gewesen diese zu tragen.
Vermutlich hat die kleine 5-jährige Tochter des Hostalbesitzers meine Motorradschuhe versteckt, weil diese abends zuvor an unserer Zimmertüre etwas in spanisch gesagt hatte was niemand von uns verstand.
Ein Schreck am Morgen

Gestern und heute sind mal wieder völlig andere eigenartige Sachen passiert!

Wie etwa beim Ticketziehen für die Straßenmaut in Mexiko, manchmal muss man bar zahlen und manchmal gibt es ein Ticket aus dem Automaten. Dieses Ticket wurde bei mir vorgestern, als ich als erster durch fuhr nicht ausgedruckt. Selbst der Angestellte von der Mautstelle wusste sich nicht zu helfen.
Gestern fuhr ich als letzter durch und wieder gab es kein Ticket für mich. Die drei Transen hatten null Probleme damit.
Trotz rückwärts Schiebens und wieder durch die Lichtschranke vorwärts hindurch, kam immer noch kein Ticket heraus. Dann gab man mir einen winzigen Zettel mit dem Aufdruck Tula 1. Tula hieß der Ort an dem die Mautstelle lag.

In Guanajuato angelangt, einer alten historischen Silber- und Goldstadt in den zentralmexikanischen Bergen auf etwa 2000m Höhe gelegen, waren wir auf der Suche nach einer akzeptablen Unterkunft für zwei Näechte.
Parkraum ist hier knapp bemessen. Ich stellte “Frieda” links an die Straßenseite, etwas abseits von den Transen, weil dort schon mehrere PKW standen. Nach etwa 15 Minuten, sah ich aus 20-30m Entfernung, wie sich jemand am Heck von “Frieda” zu schaffen machte, ich dachte gleich an meine hintere Videokamera! Ich sagte Jana bescheid und rannte schnell zur Bergziege. Dort war eine Person damit beschäftigt, mein Kennzeichen abzuschrauben. Die Person war weiblich und hatte mein Kennzeichen gerade in der Hand, ich riss es ihr aus der Hand und dann wurde ich bedrängt. Gab aber mein Kennzeichen nicht her.
Es war eine zweite, männliche Person dabei, beide anscheinend von der örtlichen Verkehrspolizei, die mich bedrängten. Ich schob die Frau beseite und sprach sehr lautstark böse Schimpfwörter aus, wohlwissend, dass niemand von beiden diese verstand.
Die einheimischen Pkw, die ebenfalls dort im Halteverbot standen, interessierten niemanden von den beiden. Typischer Tourinepp dachte ich mir. Dann setzte ich mich auf “Frieda”, fuhr neben Janas Transe und stellte die Bergziege dort ab.
Roman und Patrick waren mit ihren Transen unterwegs auf Unterkunftssuche. Ein Schreck am späten Nachmittag, machte mir die Stadt gleich unsympahtisch, aber ein abendlicher Spazier- und Fotoshootinggang wiederlegte meine Antipathie für Guanajuato. Es ist eigentlich eine meganette Stadt mit ihren befahrbaren Tunneln, Plazas und Kirchen, Kneipen und Kaffeehaeuser etc.
Vorläufig fahre ich ohne Kennzeichen umher, denn die unfreundliche Verkehrspolizistin gab mir meine beiden Edelstahlkennzeichenschrauben nicht wieder zurück. Das schraube ich erst kurz vor den USA wieder dran.

Nun zu Mittelamerika und Mexico mit meiner Bergziege und drei Transen.
Seid nunmehr 8 Wochen (18.2.12) und knapp 10.000 Kilometern ist “Frieda”, meine Bergziege, mit den drei Transen durch Mittelamerika und nun Mexico unterwegs. Wir haben uns reichlich angesehen an Kultur- und historischem Gut in Zentralamerika sowie in Mexico.
In Zentralamerika war durch die kleineren Länder oftmals nur ein kurzer Aufenthalt und Durchfahren angesagt, trotzdem legten wir viele Sightseeing Stopps ein. Die Aussage, dass es dort gefährlich sein soll, kann ich nicht akzeptieren. Ich habe mich immer sicher gefühlt. In der Gruppe fühlt man sich eh sicherer. Sicherlich gibt es böse Menschen überall auf der Erde, aber wenn man ein wenig bedacht und vorsichtig ist und dementsprechend auftritt und gewahrsam walten lässt, geht es gut.
Manch ein Grenzdurchlauf war ein wenig lästig, weil viele Nepper und Schlepper auf einen zukommen und den Papierkrams gegen Bezahlung erledigen wollen, oder der ein und andere Zollbeamte ein wenig langsam arbeitet, etc. Aber in allem verlief alles besser als im Vorfeld erwartet.
Einige Länder verlangen höhere Einreisegebühren fürs Bike und Mexiko hat seit September 2011 eine baujahrabhängige Zwangskaution von 400-Usd ab Baujahr 2002 verlangt, die mit der Kreditkarte gezahlt werden konnte. Man bekommt diese Summe wieder, wenn das Fahrzeug das Land verlässt hieß es. Diese wird anscheinend nur an gewissen Stellen ausgezahlt, oft liegen diese nicht an der Grenzstation.
Wir werden sehen, Ende April wollen wir die Grenze zu den USA durchfahren.

Die Menschen in Zentralamerika waren nett und freundlich sowie hilfsbereit, machmal war man dermassen desinteressiert, selbst im Lebensmittelladen irgend etwas zu verkaufen. Ich habe es schon als störend empfunden, dort überhaupt hineingegangen zu sein, das relaxte Belize war da ein gutes Beispiel für.

Mir persoenlich ist Zentralamerika zu teuer gewesen. Gut dass die Länder verhältnissmäßig klein sind und man sich dort eh nicht allzulange als Reisender aufhält. Guatemala ist mein Favorit, ich mag die Menschen, Landschaft, schöne Strecken und günstig dazu war es auch.

Am 21.3.12 hat ”Frieda” in Guatemala ihre 100.000km voll gemacht, dazu habe ich mich von den Transen abgeseilt um bei einem legendären Tachostand von 99.999,9 Kilometer ein Foto zu machen. Das war ein erhabener Wauh Effekt. Wer jemals mit seinem Hobel diesen Tachometerstand erreicht hat, weiß, was ich meine.

Wettermäßig ging es uns  meistens gut, beim Fahren kann man die Hitze besser ertragen als beim Schlafen in Räumen mit oder ohne Ventilator und Temperaturen von 32 Grad. Stickige Luft weil sich die Gebäude dermassen tagsüber aufheizen, dass es sich nicht innen drin abkühlt. Kleine oder keine Fenster tragen  nicht unbedingt dazu bei. Oder wenn man eine Klimaanlage oder Ventilator hat, gegen Aufpreis versteht sich, und dann der Strom ausbleibt wird man wach vor Hitze und kann auch nicht mehr einschlafen. Es ärgert einen, wegen des Klimaanlagenaufpreises. Geld gibt es selbstverständlich nicht zurück. Den Preis bezahlt man immer im Vorfeld, weil man anscheinend niemandem traut, bzw. schlechte Erfahrungen damit gemacht hat.

Mich hat es mit einer Bronchitis wegen Fahrens im Regen und Unterkühlung niedergemacht, Halsweh, Stirnhöhlenvereiterung und Bronchistis, waren die letzten 2 Wochen die Folge vom Fahren am Morgen mit ungeeigneter Kleidung zu den Mayatempeln in Jucatan, Mexico. Roman geht es momentan auch nicht so gut, ihn hat es kürzlich auch erwischt.

Die Fahrerei im Team klappt ganz gut, verloren gegangen ist bisher niemand, obwohl sich manchmal eine grosse Lücke mit anderen Verkehrsteilnehmern zwischen uns ergibt. Der Vorausfahrende, muss dann hin und wieder rechts ran und warten bis allemann aufschließen. Ueberwiegend ist es Patrick, weil er durch sein GPS genau Bescheid weiß, wo es speziell in und durch den Städten entlang geht. Jana und Roman wechseln sich dann ab und ich bilde meistens das Schlusslicht. Mit meinen freien GPS Karten kann ich schon sehen wo es lang geht und folgen wenn es doch mal zu einem Auseinanderreissen der Vierertruppe kommt. Immerhin fahre ich fast sieben Jahre ueberwiegend alleine um die Welt und erfreue mich immer wenn ich andere Biker vor mir sehe.

Mexiko ist ein Riesenland, immerhin sind wir hier schon fast 5000 Kilometer unterwegs und es nimmt kein Ende. Die Esskultur hier ist nicht mein Ding, ich werde oft nicht satt von den mexikanischen traditionellen Gerichten, die man hier bekommt. Es sind kleine Häppchen für mich. Wenn ich dann ohne Frühstück starte, wird es schwer, über den Tag zu kommen, oftmals, wenn wir lange Fahrtage vor uns haben.

Alle Moppeds laufen gut, wir befinden uns seid Jucatan nun auf Höhenlagen von etwa 2000m, wo die Temperaturen akzeptabel sind. Nachts wird es auch schon kühler, sodass man eine Decke braucht.

Irgendwie freue ich mich schon auf die USA, denn dort wartet schon eine Unfall KLR 650 mit 13 Meilen auf dem Tacho auf mich. Diese hat Gary, ein befreundeter Biker vom HU Meeting in Viedma, Argentinien 2010 für mich schon vorab gekauft. Denn “Frieda” ist mit ihren ueber 100.000 km, motormäßig am Ende. Die Kettenräder der Ausgleichswelle sind alle verschlissen etc. und in diesen Motor mit dieser Laufleistung noch etwa 2000,- Usd reinzustecken, lohnt sich nicht mehr. Der Motor bekommt mal einen Vitrinenplatz in meiner Butze.
In Alabama, wo Gary wohnt, wird alles umgebaut und ausgetauscht, dann geht es frohen Mutes weiter gen Alaska, aber dazu später mehr.
Vorerst geht es mit den drei Transen weiter durch Mexico.

Bleibt alle gesund und freut euch auf die bevorstehende Saison in Deutschland,

www.Fred Klein.de, alias Fredo Frog.

Leave A Comment, Written on April 21st, 2012 , Amerikareise, Nordamerika, Zentralamerika

 

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Nun ist es amtlich! Jetzt, und wirklich erst jetzt – und nicht wie irgendein Bengel voreilig bereits verkündet hatte – sind wir in Nordamerika. Mit der Überquerung des Isthmus von Tehuantepec haben wir, rein geographisch betrachtet, Zentralamerika verlassen. Von dieser schmalsten Enge Mexikos bis nach El Salvador zog sich das Mayaland. Ab nun sind die Teken dran. Die Architektur der Ruinen hat sich geändert. Und die Ortsnamen sind unaussprechbar geworden. Nezahualcóyotl, Ixcaquixtla, Ahuacuotzingo – nur als Beispiele. Klar kommt es daher manchmal zu Verwirrungen in der Reiseroutenplanung und der Navi-Zieleingabe. „Tepoztlán, nicht Tepotzotlán. Wir müssen südlich von Mexico-City, nicht nördlich. Und wir wollen uns die Pyramide anschauen und nicht das Franziskaner-Kloster…“. Ihr seht, es hat viel zu bieten, das Land der Zapoteken, Mixteken und Azteken. Wer wann wie wo lebte, wissen wir noch nicht. Zur Beantwortung dieser Fragen begeben wir uns weiter auf die Spuren Humboldts.

Aber zuvor noch ein kleiner Rückblick auf die letzten Tage. Nachdem wir Palenque (was bei Patrick als „PalimPalim“ in Erinnerung bleibt) verlassen hatten, blieben wir noch ein paar Tage in Chiapas, dem ärmsten Landstrich Mexikos. In San Cristóbal de las Casas haben wir mit einer Menge von einheimischer Touristen entspannt die Ostertage verbracht. Wir haben trotz schlechter Wettervorsage strahlenden Sonnenschein gehabt und haben u.a. verbotene Sachen gemacht.

sancristobal-1 San Cristóbal de las Casas ist laut Dumont-Reiseführer die „Indio-Hauptstadt Mexikos“. Für uns war es ein nettes Städtchen im kolonialen Baustil mit bunten Häuserfassaden. Die Kirchen waren prachtvoll geschmückt, manchmal auch schön… Ob man dem Reiseführer Recht geben kann, mag ich zu bezweifeln. Immerhin warnt dieser vor „sogenannten Straßenrestaurants“ (viel zu unhygienisch) und rät noch zur Malariaprophylaxe (was schon seit Jahren obsolet ist). San Cristóbal ist auf alle Fälle die Hauptstadt, wenn nicht sogar die Schaltzentrale der Zapatisten. Sie führen seit 1994 in dieser Region einen unblutigen Kampf für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Dementsprechend hatte die Anzahl der Militärposten stark zugenommen. Wir wurden aber immer freundlich begrüßt, manchmal wurde ein zaghafter Blick in unsere Kisten gewagt, meistens schien die Arbeit aber zu anstrengend und wir wurden einfach durch gewunken. Die Ruhetage haben uns gut getan, vor allem weil wir uns von der tropischen Hitze erholen konnten.

Eine Beichte noch: Ja wir haben zu Ostern gesündigt. Nicht mit Ostereiern oder Osterhasen (die gibt es hier gar nicht). Nein, wir waren … ich trau mich dies gar nicht zu schreiben. Aber unsere Neugier war zu groß. Und eigentlich kann man sich von verbotenen Dingen nur ein Urteil bilden, wenn man diese selbst gesehen hat und ein bisschen kritisch beurteilt ….und so weiter und so weiter. Nun gut, ich gebe es zu: Wir waren beim Stierkampf! Wie es war? Interessant! Und blutig!

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(Die P18-Bilder können auf Einzelanfrage und nach Entrichtung der entsprechenden Schutzgebühr zugesandt werden…)

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In Oaxaca hatten wir volles Kulturprogramm, so wie die Japaner in Europa, frei nach dem Motto: visit two, get one free. Der Tag war ein bisschen gehetzt, aber wir haben jede Menge gesehen: Bild 1 Monte Albán, Bild 2 Käfer in Monte Albán, Bild 3 Mitla und Bild 4 Yagul. Monte Albán und Mitla hatten eins gemeinsam – für die Zapotken waren sie Kultstätte, die später einmarschierten Mixteken nutzen sie als Begräbnisstätte. In Mitla demonstrierten dann die Spanier ihre Macht und setzten eine Kirche auf das religiöse Zentrum. In Yagul beschränkte man sich aufs Palastbauen, widerum von beiden Tekenstämmen genutzt.

sancristobal-3 Die nächsten Ziele im Tekenland sind Taxco, die zwei Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl und Teotihuacán (die größte Azteken-Ruinenstätte). Und dann geht es auch bald –nach weiteren 2000 km – aus Mexiko raus, hinein in die USA. Hatten wir Bedenken und Zweifel über reibungslose Grenzübertritte in Zentralamerika, steht uns nun noch die größte Herausforderung bevor. Laut Angaben von anderen Reisenden, gibt es an der US-amerikanischen Grenze Gesichtskontrollen. Na schönen Dank. Ich selbst, werde wohl keine Probleme haben ;) Aber ich fürchte um den einen oder anderen Bartträger…

 

 

muede Gute Nacht! So eine Reise kann ganz schön ermüdend und anstrengend sein… Aber die Nachrichten, die wir aus Deutschland lesen, lassen uns auch nicht munterer werden. Zum Thema Benzinpreis kann ich nur sagen: Bei uns kostet der Liter Benzin 60 cent ;) In Mexiko beherrscht aktuell die Erdbebenserie die Schlagzeilen. Alle Beben sind bis jetzt glimpflich ausgegangen. Letzte Nacht haben Patrick und Roman eins bemerkt, Fred und ich konnten nicht aus dem Tiefschlaf geweckt werden. Nach ausgiebiger Studie des Mayakalenders und in Zusammenschau der aktuellen Ereignisse wird wohl das Ende der Erde nun doch nahen. In diesem Sinne: Carpe diem!! Und das Wochenende.

Jana

Leave A Comment, Written on April 14th, 2012 , Nordamerika

Wir könnten diesen Artikel weglassen. Er geht euch ohnehin nichts an. Er behandelt Dinge, die ihr zu ihren Zeiten größtenteils auch nur aus der Ferne zu sehen bekommen hättet. Oder seid ihr königlich, wenn nicht gar göttlich? Natürlich seid ihr das, ihr seid unsere Leser. Also schreiben wir auch. Und zwar über die Ruinenstätte der Maya, die wir in letzter Zeit verschiedentlich besuchen durften.
Wir erwarteten also in Tazumal (El Salvador), Copán (Honduras), Tikal (Guatemala), Tulum, Chichén Itzá, Uxmal, Edzná und Palenque (alle Mexiko) strahlende Gebäude, riesige Pyramiden größten Glanzes, prunkvolle Altare, beeindruckende Throne, Schmuck, Edelsteine, Kunst, während uns auf der anderen Seite Massen von klatschenden Touristen (ja, gibt n Echo, wenn man klatscht – Wahnsinn!) und Heerscharen von fliegenden Händlern erwarteten-jedenfalls an einigen Orten… und was fanden wir? Das:
keine-pyramide fast-pyramide
Steinhaufen sagt ihr? Stimmt! Kann’s aber ja wohl nicht sein. Guck mal auf dem Plan, ob wir richtig sind. Der Weg stimmte, aber er war weit… Steinhügel, das lernten wir, waren oft alles, was die Wissenschaftler fanden, als sie die Stätte entdeckten. Lag halt alles schon eine Weile im Dschungel, der fröhlich Bäume drauf pflanzte. Man begann, die Steine wegzuräumen – einzeln – und fand zusammenhängende Mauerreste. Dann wurden die Gebäude rekonstruieren so gut man konnte, bis man bemerkte, dass den Steinen der fehlende Schutz durch die Bäume gar nicht gut tat. Also hörte man auf, alles zu rekonstruieren und beschränkte sich auf die beeindruckendsten Gebäude. Meistens sind das Pyramiden wie diese:
kleine-pyramide-tuzmal pyramide-tikal pyramide-tulum pyramide-chichen-itza pyramide-uxmal pyramide-palenque
Dann gibt’s natürlich noch Paläste und Tempel und manchmal auch beides zusammen und Wohnräume der Herrschaften und – ganz wichtig – immer einen Ballspielplatz! Man muss die Maya also mögen, auch wenn man wenig über sie weiß. Immerhin spielen sie Ball. Allerdings weiß man über dieses Ballspiel wiederum genug um sagen zu können, dass sie auch etwas komisch sind. Ich meine, hallo? Wer spielt denn bitte ein Spiel, beim dem man den Ball nicht mit der Hand und – viel schlimmer – auch nicht mit dem Fuß spielen darf? Und wer lässt sich darauf ein „da raus“ zu gehen, wenn er weiß, dass geopfert wird, wenn er gewinnt? Kann ja sein, dass das das Kräfte-Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde wieder herstellt. Aber wer ist so doof und bringt dann seine beste Leistung. Naja, verstehe wer will… Im Übrigen scheint mir das eh viel zu schwierig, den kleinen Gummiball durch diese kleinen Ringe zu kriegen, die – vor allem in Chichén Itzá – auch noch verdammt hoch hängen können. (Hinweis: Im Internet gibt es natürlich Videos, auf denen man sehen kann, wie das Spiel gespielt worden sein könnte. Befederte Menschen werfen sich auf den Boden und schwingen dabei ihre Hintern. Sehr eigenwillig das!)
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Weil wir wenig Lust verspüren bei gefühlten 73° Celsius in Museen zu gehen, mussten wir uns schnell von der Sehnsucht nach Thronen und anderen Wertsachen verabschieden. Das Zeug hat man lieber schnell weggeschafft. Entschädigung ist aber gegeben. Was die Maya und dann der Urwald an Reliefs hinterlassen haben, ist erstaunlich. Die benutzten um 1000 n.Chr. bereits ein Schriftsystem mit mehreren hundert Zeichen, die sie zudem beliebig kombinierten. Kann ja von euch mal einer hochrechnen, wie viele Möglichkeiten das ergibt. Und die Zeichen sind irgendwie auch noch echt hübsch. Dazu kommen Stelen, auf denen sie vor allem ihre verstorbenen Herrscher verewigten in einem Detailreichtum und einer Plastizität, die einem die Spucke raubt. Klingt pathetisch? Stimmt. Macht aber nüscht. Man könnte Stunden vor so einem Kunstwerk verbringen und würde immer noch etwas Neues entdecken. Selten – wie bei den Gebäuden auch – finden man noch Reste von Farbe. Aber Freunde von Schwarz und Weiß waren die Maya sicher nicht. Blutrot war vorherrschend, auch mal Gelb oder Blau.
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Nach durchschnittlich acht Kilometern per Pedes, von denen mindestens sechs Treppenstufen waren, schlagen wir langsam den Weg zum Ausgang ein. „Halt, da geht’s noch zu den Grupos E und F!“ „,Grupos‘ kannste eh vergessen! Ich geh jetzt!“
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Und die Moral von der Geschicht‘? Wenn du auf deinem Moped durch die Gegend fährst, einen größeren Hügel siehst und plötzlich denkst, du hast eine Mayaruine entdeckt, geh zum Arzt!

Bleibt sauber und auf bald,
Patrick

Leave A Comment, Written on April 6th, 2012 , Amerikareise, Nordamerika, Zentralamerika

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